100-Jähriges in Mini-Ausführung

 

Endlich wieder ins Trachtengwand schlüpfen, endlich wieder Blasmusik und nach so langer Zeit wieder die Gemeinschaft spüren – die Freude darüber war bei den Apfeldorfer Trachtlern und Musikern groß. Mit einem Standkonzert am Abend und einer Festmesse am darauffolgenden Sonntagmorgen feierten die Trachtenkapelle und der Trachtenverein Apfeldorf ihr 100-jähriges Bestehen wenigstens in kleiner Ausführung.

Im Jahre 1921 wurden in Apfeldorf zunächst der Trachtenverein und wenig später die Trachtenkapelle gegründet. Dass die beiden Vereine auch nach 100 Jahren noch eng verbunden sind, zeigte sich schon beim Einmarsch zum Standkonzert am Samstagabend. Der Trommlerzug als Gruppe des Trachtenvereins voraus und dann die Trachtenkapelle boten sie nicht nur optische, sondern auch musikalische Einigkeit mit dem „Erzherzog Albrecht Marsch“ und dem „Regimentsgruß“. Erstmals wurde die Trachtenkapelle von einer Frau angeführt. Die junge Theresa Sedlmeier hatte kurz vor dem ersten Lockdown den Taktstock übernommen und leider jetzt erst Gelegenheit, in Erscheinung zu treten. Mit Walzern, Polkas und Märchen führte sie den Klangkörper souverän durch das Konzert. An dem schönen Apfeldorfer Platz mit Kirche, Pfarrhof und der untergehenden Sonne über dem Lechstausee konnten die rund 200 Zuhörer die Musik so richtig genießen. „Morgen steht hier an unserer Stelle der Pfarrer und ihr dürfts auf den Bänken sitzen bleiben“ erntete Vorstand Helmut Ehle mit seiner lockeren Ansage einen Lacher, bevor sich die Trachtenkapelle mit dem Marsch „Jubelklänge“ verabschiedete.

Und tatsächlich waren die Sitzgelegenheiten zum Festgottesdienst wieder alle gut gefüllt. Trommlerzug, Trachtenkapelle und die Fahnenabordnungen aller sechs Ortsvereine zogen auf dem Platz ein und schafften es damit irgendwie, den letzten Frühnebel zu vertreiben. Pater Janusch Wollnie und Diakon Georg Seidenspinner genossen es spürbar, diese bayerisch-traditionelle Festmesse mit der musikalischen Umrahmung durch den Buchwiesgsang, das Zitherduo Schürmann-Kölbl und die Trachtenkapelle zu leiten. „Die beiden Vereine sind mehr als nur ein Zusammenschluss Gleichgesinnter, sie sind ein Sinnbild für die Worte aus dem Evangelium“ stellte Georg Seidenspinner in seiner Predigt fest, für die er sich offensichtlich intensiv in die Chroniken eingelesen hatte. Zum Abschluss übernahm Trachtenvorstand Christian Schamper die Totenehrung und erinnerte an die vielen engagierten Menschen, die sich in den 100 Jahren für den Fortbestand von Musik und Trachtensache eingesetzt haben. „Ein derartiges Jubiläum darf nicht im Sande verlaufen“ rechtfertigte Schamper diese kleine Ausführung und versprach, das geplante große Festwochenende nachzuholen. Danach wollte eigentlich keiner heimgehen, wie es sich in Bayern gehört wartete man auf den Frühschoppen nach der Sonntagsmesse. Doch leider mussten sich die Trachtler und Musiker mit einem Ratsch im Stehen begnügen.

 

Rosi Geiger

09/2021

 

 

 

Trachtenkapelle jetzt e.V.

Die Trachtenkapelle war in der Zwangspause nicht untätig und hat sich eine neue Satzung gegeben. Nach 100 Jahren Bestand ist die Trachtenkapelle jetzt ein eingetragener Verein. Während bisher nur die aktiven Musiker Mitglied im Verein waren, können jetzt auch passive oder Förder-Mitglieder aufgenommen werden. Das entsprechende Formular können Sie hier herunterladen.

Gleich ausfüllen und abgeben bei Vorstand Helmut Ehle oder Kassierin Stephanie Lang.