Eine musikalische Bergwanderung

Auf eine musikalische Bergtour lud Vorstand Helmut Ehle die Besucher des Apfeldorfer Frühjahrskonzertes ein. Wie Stationen einer Wanderung spannte der Ansager den Bogen zwischen den zwölf Konzertstücken der Trachtenkapelle, nur bei seiner eigenen Ehrung für 40 Jahre aktive Musikerzeit wurde er überrascht. Wegen der großen Nachfrage lud die Apfeldorfer Trachtenkapelle wieder zu zwei Konzertabenden ein. Am Freitag blieb nur ein Tisch unbesetzt und der Samstag war mit über 200 Zuhörern restlos ausverkauft. Für viele Dorfbewohner gehört das Frühjahrskonzert zu den gesellschaftlichen Höhepunkten im Jahresverlauf, es waren aber auch zahlreiche Blasmusikfreunde aus den Nachbarortschaften im Publikum. „Alpine Inspirations“ lautete das erste Stück, mit dem der zeitgenössische Komponist Martin Scharnagl aus Tirol eine abwechslungsreiche Bergwanderung mit verschiedenen Tempi und Klangstrukturen beschrieb. Gleich darauf setzte Dirigent Richard Beinhofer ein 200 Jahre altes Orchesterstück mit dem Titel „Die diebische Elster“, bei dem man das freche Benehmen des kleinen Vogels fast raushören konnte. Bei der bekannten Polka „Ein halbes Jahrhundert“ kam so mancher ins Schwärmen und erst das Solostück „Helter Skelter“ von Robert Zwick auf dem Xylophon sorgte für solche Begeisterung, dass er spontan eine Zugabe geben musste. Die Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ konnte Helmut Ehle nicht recht in seine imaginäre Bergwanderung einbinden und so meinte der Ansager, „das ist, wie wenn man im Sommer an Schneekanonen vorbei kommt oder Mountainbiker begegnet“. Bei „The Rose“ durfte der junge Trompeter Benedikt Linder erstmals als Solist auftreten, doch mit den wenigen Solo-Einwürfen konnte er bei diesem Stück sein Können gar nicht recht ausspielen. Bezirksleiter Max Kriesmair war seit einigen Jahren nicht mehr beim Apfeldorfer Konzert und stellte erfreut fest, „unsere Kapellen entwickeln sich sehr gut weiter. Es macht Spaß, Euch zuzuhören“. Die Ehrung des ersten Vorstandes und langjährigen Konzertansager Helmut Ehle mit der goldenen Ehrennadel war für Kriesmair Anlass, wieder einmal selbst in den nördlichen Rand des Bezirkes Oberland zu kommen. Die zweite Vorsitzende Erika Floritz erinnerte daran, wie Helmut Ehle 1974 mit dem Klarinettenunterricht begann und 1977 beim Volkstrauertag seinen ersten Einsatz im Klangkörper hatte. „Die Trachtenkapelle hat wieder ein gelungenes Programm zusammen gestellt, das zu uns passt“ lobte auch Bürgermeister Georg Epple den Konzertabend. Das Holzregister mit Bettina Besel, Silvia Kölbl, Josef Walser, Erika Floritz und Helmut Ehle durfte bei „einer Holzgeschichte“ brillieren und mit dem „Salemonia-Marsch“ wurde ein imposanter Abschluss gesetzt. Nach einer kurzen Pause setzten sich die 31 Musiker aber wieder auf die Bühne und spielten zur geselligen Unterhaltung bis nach Mitternacht weiter. Denn auch das gehört zum Apfeldorfer Konzert, dass man bei Starkbier und gutem Essen von Renate´s Partyservice noch ein bisserl sitzen bleibt.

Rosi Geiger