Ein bayerisch-musikalischer Abend

Das Frühjahrskonzert der Trachtenkapelle Apfeldorf ist nicht nur ein musikalischer Höhepunkt des Dorfes, es ist auch ein bayerisch-bodenständiger Festabend. Mit einem klingenden und swingenden Konzertprogramm begeisterten die 30 Musikerinnen und Musiker um Dirigent Stephan Socher das Publikum an zwei Abenden im neuen Apfeldorfer Gemeinschaftshaus. 

Nach zwei Jahren Exil in der Pfarrkirche waren die Musiker gespannt auf die Akustik und wie die Besucher den neuen Saal wahrnehmen. „Ein angenehmes Ambiente ist hier von Haus aus gegeben“ lobte Vorstand Helmut Ehle die neuen Räumlichkeiten und erinnerte daran, mit wieviel Aufwand man früher die Mehrzweckhalle in einen Festsaal verwandeln musste. 

Die Trachtenkapelle Apfeldorf ist ein eingeschworenes Team mit vielen langjährigen Musikern, trotzdem griff Dirigent Stephan Socher nicht zu schwierigen, klassischen Konzertstücken, sondern stellte ein wohlklingendes Programm mit drei starken Solostücken zusammen. Mit dem „Falkenauer Marsch“ von Ernst Mosch zum Auftakt und der darauffolgenden „Sonnenschein Polka“ bewies der Klangkörper seine Stärke in der bayerisch-böhmischen Blasmusik. Darauf folgte schon Maximilian Köpf als Solist, der mit seiner Klarinette einen ungarischen „Csardas“ trillerte. Peter Schleich ließ beim darauffolgenden Solostück „Gedanken an dich“ sein Tenorhorn sehr gefühlvoll erklingen, was die Zuhörer ebenfalls begeisterte. Beim Medley „Herb Alberts Golden Hits“ ließ die Trachtenkapelle ihr Können auch im Bigband-Sound hören und bei „Lord oft he dance“ war man gedanklich mitten unter irischen Stepptänzern. 

Als Vertreter des Musikbundes war Bezirksehrenmitglied Arthur Keck gekommen, er gratulierte zunächst Martin Frühholz zum bronzenen sowie Georg und Hannes Kölbl zum silbernen Leistungsabzeichen. Dann kamen die besonderen Ehrungen: für 40 Jahre Blasmusik erhielten Gerlinde Floritz und Ulrich Walser die Ehrennadel in Gold, auf 50 Jahre als aktiver Musiker kann Siegfried Weinberger blicken. Für die Ehrung von Josef Zwick für 65 Jahre Blasmusik rechnete Arthur Keck einiges vor und kam auf 6.500 Probenstunden oder bei durchschnittlich drei Festzügen im Jahr auf 585 gelaufene Kilometer. „Das ist von Apfeldorf bis hinter Berlin und das mit der Tuba“ stellte Keck fest.

Im zweiten Teil nahm die Moderatorin Katharina Loibl die Zuhörer mit auf eine Urlaubsreise. Man startete in Österreich mit einem zackigen Marsch, dann ging es zur spanischen „Granada“ und die „Spitzregen Polka“ führte nach Böhmen. Bei „Amorada“ stellte der routinierte Solist Robert Zwick sein Können am Xylophon unter Beweis, wofür er sogar spontan eine Zugabe geben musste. 

An den zwei Konzertabenden füllten über 350 Besucher den Saal und konnten sich neben den klingenden Musikstücken auch kulinarisch vom Bachtaler mit Surbraten und Starkbier verwöhnen lassen. So ist es in Apfeldorf Tradition, dass man nach dem offiziellen Programm noch gesellig sitzen bleibt. Auch die Musiker setzten sich nach einer kurzen Pause wieder an ihre Instrumente und spielten Unterhaltungsmusik mit einigen Solostücken aus vergangenen Konzertprogrammen. „Es macht richtig Spaß, weil die Akustik so gut ist“ stellte der Schlagzeuger Robert Zwick fest und diese Spielfreude wurde auch deutlich, denn erst gegen 1.30 Uhr setzten sie mit der Bayernhymne den Schlusspunkt. 

Rosi Geiger, 03/2026

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